Mit Virtual Reality in die Zukunft sehen

“Es herrscht eine gewisse Pionierstimmung“, so beschreibt Philip Hausmeier die Virtual Reality-Szene in den USA. Philip Hausmeier ist Künstler und Experte für Virtual Reality (VR) - frisch aus dem Silicon Valley zurückgekehrt, spricht er auf der iSpiration bei interactive tools über die dortige Szene, zieht Vergleiche zur hiesigen und wirft einen Blick auf zukünftige Entwicklungen der VR-Technologie.

Philip Hausmeier bei interactive tools zum Thema Virtual Reality.

Steigender Umsatz mit Virtual Reality

Einen ersten Hype um VR gibt es bereits in den 1980er Jahren, wie Philip Hausmeier in einem historischen Überblick zeigt. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, die Kosten sind immens hoch und der Hype verfliegt bald. Aber seit einiger Zeit sind Virtual und Augmented Reality (AR) wieder stark im Kommen und viele VR-Brillen auf dem Markt.

Snapchat hat beispielsweise mit der Spectacles-Brille gute Erfolgsaussichten im B2C-Segment. Und die HoloLens von Microsoft ist bereits bei verschiedenen Unternehmen – Audi, VW und Thyssenkrupp – im Einsatz. Sie bietet neue Möglichkeiten, Arbeitsprozesse durch Hologramme zu visualisieren.

Einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte und dem Branchenverband Bitkom zur Folge wird der Umsatz im deutschen Verbrauchermarkt mit VR in vier Jahren auf eine Milliarde Euro pro Jahr steigen. Die Technologien werden massentauglich und Tech-Riesen wie Microsoft, Samsung, Intel und Facebook investieren fleißig.  

Dynamik der amerikanischen VR-Szene

Für den 1980 geborenen Philip Hausmeier ist VR viel mehr als nur ein Hardware-Set. Die derzeitige Hauptzielgruppe der Entwickler seien zwar Gamer, aber es gebe auch ganz andere Anwendungsgebiete. Der in Berlin lebende Künstler hat beispielsweise eine VR-Ausstellung im Computer History Museum im Silicon Valley gezeigt. Und auch im therapeutischen Bereich sieht Hausmeier Anwendungsmöglichkeiten von VR, um beispielsweise soziale und psychische Ängste zu bekämpfen.

Begeistert zeigt er sich von der Dynamik der amerikanischen VR-Szene, die sich durch eine Aufbruchsstimmung auszeichne – und im Gegensatz zur deutschen Szene spreche sie offener über Entwicklungsprobleme und unterstütze sich gegenseitig.

Starker Reiz für die Nutzer

Nach dem informativen Vortrag kommen in der abschließenden Diskussion die zukünftigen Anwendungsgebiete und das enorme Potential von VR und AR zur Sprache. Das Potential dieser Technologien haben auch Marketer bereits erkannt: Die Erschaffung von 3D-Welten und die Vermischung von realer und virtueller Welt üben einen starken Reiz auf den Nutzer aus.

Das Erlebnis hinterlässt bei ihm einen bleibenden Eindruck und sorgt für eine starke Kundenbindung – für Marketer also ein wichtiges Feld. Und dort wo sich der Kunde aufhält, fließen auch die Werbegelder hin.

VR und AR im E-Commerce

Ganz konkrete Ansätze bieten VR und AR bereits im E-Commerce: AR eignet sich besonders für eindrucksvolle Produktpräsentationen und mit einer VR-Brille können Nutzer zu einem virtuellen Shopping-Rundgang durch ein Kaufhaus starten. Ungestört können sie sie das Sortiment durchstöbern und per Kopfnicken bezahlen.

So jedenfalls hat es Macy’s aus New York beim Singles Day von Alibaba – das chinesische Pendant zum Black Friday von Amazon – letztes Jahr gemacht. Auf einen Schlag ist das Unternehmen in China berühmt geworden.

Stetige Weiterentwicklung und neue Anwendungsbereiche

Angefangen bei AR-Spielen über das Einkaufen in VR-Welten bis hin zu AR-Reparaturanleitungen und VR-Kunstausstellungen – die Geräte für VR und AR werden stetig weiterentwickelt und weitere Anwendungsbereiche erschlossen. Im Gegensatz den 1980er Jahren werden sich VR und AR etablieren und in einigen Jahren zum Alltag dazugehören.