TYPO3Camp Berlin 2017: Neues zum CMS und aus der Community!

Was tut sich momentan in der TYPO3-Community? Welche Neuerungen und Ideen bewegen die Szene? Und wie sieht die Zukunft des CMS aus? Vom 16. bis zum 18. Juni 2017 fand das TYPO3camp Berlin statt. Drei Tage lang drehte sich alles um Entwicklungen und Innovationen rund um das Open Source CMS. Knapp 200 TYPO3-Entwickler trafen sich zum fachlichen Austausch und persönlichen Kennenlernen. interactive tools hat das Camp gesponsert und wir waren mit unseren Entwicklern, Integratoren und Partnern vor Ort und haben alle relevanten Neuigkeiten hier zusammengefasst.

TYPO3Camp Berlin 2017 Logo

Professionalisierung der TYPO3 GmbH & strategische Partnerschaften

Zunächst aber wollen wir einige spannende News aus der Community vorwegnehmen. In einer besonders aufschlussreichen und spannenden Session auf dem TYPO3camp Berlin gab Matthias Schreiber (CEO der TYPO3 GmbH) bekannt, wie er sich die Zukunft von TYPO3 und der TYPO3 Community vorstellt. So soll die vor kurzem gegründete TYPO3 GmbH vor allem die Professionalität und den Entwicklungsprozess des CMS vorantreiben. Ziel ist es, seine Effektivität als auch Attraktivität zu steigern und strategische Firmenpartnerschaften zu etablieren – zum Beispiel mit Microsoft für Cloud-Services.

Technisch soll zukünftig auch die Einbindung von Marketing Tools wie z.B. MS Dynamics ermöglicht werden. Auch im Content- und SEO-Bereich sollen weitere AI gestützte Features integriert werden, welche die Redaktionsarbeit erleichtern und die Sichtbarkeit der Projekte erhöhen sollen (zum Beispiel: Copytext analysis, Grammar checks und eine YOAST Extension. Der Talk zeigte, dass TYPO3 in Zukunft durch einige praktische und effektive Extensions (Erweiterungen) aufgerüstet und seine Professionalisierung vorangetrieben wird – und es somit noch interessanter für Unternehmen sein wird.  Die Vorteile überzeugen schon jetzt viele international tätige B2B-Unternehmen wie zum Beispiel Handtmann und man darf gespannt sein, wie sich diese Entwicklung fortsetzen wird.

E-Commerce

In der Session E-Commerce  drehte sich alles um Shopsysteme und deren Integration in TYPO3. Bei dem Talk sprach Nobert Sendetzky von aimeos.org über die Integration ihres Shop-Frameworks in TYPO3. Zum einfachen Start mit dem Framework gibt es eine TYPO3 aimeos-Distribution. Das Framework basiert auf einer Schichtarchitektur und ist modular aufgebaut, somit kann es sehr gut gepflegt und erweitert bzw. angepasst werden. Die Shop-Software kann über eine Adapter-Technologie mit beliebigen Systemen - TYPO3 aber auch Symfony oder Lavarel - kommunizieren. Durch die sehr gute Architektur der Software ist es möglich, beliebige Funktionen zu erweitern oder zu ersetzen, um die Shop-Anforderungen optimal zu bedienen.

In der Ausgabe können bekannte Template Pattern wie die TYPO3 Fluid Templates genutzt werden. Damit wird sichergestellt, dass sich die Ausgabe der Shop-Systeme nahtlos in die Entwicklungsprozesse von TYPO3 eingliedern lässt. Weiterhin bietet das Shopsystem eine problemlose Integration ins TYPO3 System, unbegrenzte Mandantenfähigkeit und zudem können alle Funktionen über eine JSON API angesprochen werden, um zum Beispiel Apps oder SingelPage-Applikationen bedienen zu können.

URL-Management

Den Anfang machte Andreas Wolf in 1. Session am Tag 1. Sein Thema lautete: Schöne URL bzw. URL-Management im TYPO3 Core. Bislang nutzen so gut wie alle Entwickler die Extension RealURL, um die URLs für Unterseiten ihrer Webseite zu kontrollieren. Die Herausforderungen dabei waren bisher:

  • einmal kommunizierte URLs stabil zu halten. So möchte man z.B. Seiten, die im Seitenbaum umziehen, unter einer neuen URL erreichbar machen. Gleichzeitig soll die alte URL der Seite auf die neue weitergeleitet werden.
  • den Status einzelner Komponenten über eine URL kommunizieren. Beispiel: auf einer Seite ist eine Karte und eine Newsliste eingebunden. In der URL einer Seite soll jetzt sowohl der Mittelpunkt der Karte, als auch die Paginierung der Newsliste definiert werden. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass die URLs serverseitig gespeichert werden, da durch die vielen Möglichkeiten Kombinationen eines nahezu unendlichen kombinatorischen Zustandsraum entstehen.

Andreas Wolf Konzept sieht vor, bei diesen Herausforderungen die Schlüsselfrage zu lösen. Nämlich ob alle gültigen URLs vorgerendert und persistiert werden, oder ob URLs weiterhin "on-the-fly" generiert werden, sobald sie gebraucht werden? Es gibt die Idee, das URL-Management in den TYPO3 Core zu integrieren. Dann wäre für URL-Management keine besondere Extension mehr nötig.

REST API

Im zweiten Block lag dann die Session zum Thema "REST APIs". Die Anbindung von Fremdsystemen in TYPO3-Webseiten gibt es schon lange. Möchte man aber Daten aus TYPO3 heraus an andere Systeme weitergeben, muss man die entsprechenden Schnittstellen derzeit noch selbst implementieren. Als Unterstützung gibt es zwei REST API Extensions:

In der Session wurde eine REST API für ein Shopsystem gezeigt, die auf keiner der beiden fertigen Extensions aufsetzt. Neben der konkreten Implementierung ging es vor allem um REST APIs im allgemeinen, den Sinn oder Unsinn von HATEOS und den {json:api} Standard.

interactive tools Partner Hannes Lau während seines Vortrages "Docker als TYPO3-Entwicklungsumgebung".

Hannes Lau, Partner von interactive tools, während seines Vortrages über "Docker als TYPO3-Entwicklungsumgebung".

Docker als TYPO3-Entwicklungsumgebung

In der 4. Session an Tag 1 erklärte unser Partner Hannes Lau, wie man Docker nutzen kann, um sehr schnell TYPO3 Entwicklungsumgebungen (Webserver, Datenbank, Solr, …) zu starten. Dockercontainer vereinfachen es, die Entwicklungsumgebung (Serverversionen, benötigte Tools) genau zu definieren und viele Entwicklungsumgebungen mehrerer Projekte/Projektversionen parallel zu starten. So kann man zum Beispiel leicht und automatisiert vergleichen, wie sich ein System vor- und nach einer Codeänderung verhält.

Database Fixtures

Die erste Session am zweiten Tag befasste sich mit Database Fixtures. Um TYPO3-Seiten zu testen, braucht man neben dem aktuellen Quellcode des eigenen Projektes oft Testdaten (Seiteninhalte, Newsartikel, etc.). Um mit jeder Appversion eine verbindliche Sammlung von Testdaten zu haben, kann man diese mit dem Projekt zusammen versionieren. Hannes Lau stellte ein Konzept vor, wie man Dateien und Datenbankinhalte für einzelne Extensions aufteilen und mit dem Projekt ablegen kann. Da in diesem Konzept jede Extension ihre eigenen Testdaten mitbringt, kann man diese schnell in ein neues Projekt mit einbringen und eine bestehende Extension im Kontext einer neuen Seite testen.

Neben diesen Themen war auch der weitere Verlauf des Camps geprägt von neuen Ideen und spannenden Vorschlägen zur Verbesserung und Erweiterung von TYPO3 8.6. Wir haben eine Menge Input mitgenommen und freuen uns schon auf das TYPO3camp Berlin 2018.

Was können wir für Sie tun?

Sie möchten ein digitales Projekt verwirklichen? Dann kontaktieren Sie uns. Als verlässlicher Partner bieten wir interaktive Markenerlebnisse und digitale Komplettlösungen aus einer Hand.

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Carsten Kästler, Spezialist für TYPO3