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was kommt. Trends erkennen, Wissen bündeln und an den Herausforderungen wachsen: Was uns umtreibt, sind die digitalen Fragen der Zeit. Insights, Studien und Papers zur digitalen Transformation stehen hier.

Arbeitszeitmodelle – der Trend geht zur Vielfalt

Warum wir bei interactive tools auf individuelle Arbeitszeitmodelle setzen

Wir bei interactive tools versuchen immer wieder durch Austausch und Kommunikation Erkenntnisse zu gewinnen und besser zu werden. Kürzlich haben sich einige Kolleg*innen getroffen, um sich über Arbeitszeitmodelle auszutauschen. Die erste Überraschung: Alle Fünf haben unterschiedliche Modelle.
Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse und Aha-Momente zusammengefasst.

Ein interessanter Fakt vorweg: Nur etwa die Hälfte aller Kolleg*innen bei interactive tools arbeitet in einer klassischen 40-Stunden-Woche. 

 

Weniger als 40 Stunden – mal notwendig, mal freiwillig, immer berechtigt

Im Gespräch unserer fünf Kolleg*innen kam nicht nur heraus, dass alle ein anderes Arbeitszeitmodell fahren. Auch die Beweggründe, sich für eine flexiblere Arbeitswoche zu entscheiden, sind unterschiedlich:

  • leidenschaftlich verfolgte Hobbys
  • Betreuung des jungen Nachwuchses
  • berufliche Nebentätigkeit
  • Herausforderungen als Alleinerziehende*r
  • familiäre Verpflichtungen
  • Ehrenamt
  • körperliche Einschränkungen / Krankheiten
  • Wohnort mit längerer Pendelstrecke
  • oder auch mehreres zugleich

Gemeinsam ist allen Situationen, dass sie mit einem klassichen Vollzeitjob kaum zu vereinbaren wären. Und dass sie alle ihre Berechtigung haben. Manche Gründe sind nicht diskutier- oder verhandelbar: Bei Personen mit großen familiären Verpflichtungen, erweist sich die 40-Stunden-Woche als kaum zu realisieren. Andere Gründe wirken eher selbstgewählt oder freiwillig. Für uns ist wichtig, dass wir allen Gründen ohne Vorbehalte begegnen.

Arbeitszeitmodelle bei interactive tools im Überblick
Arbeitszeitmodelle bei interactive tools im Überblick

Sind individuelle Arbeitszeiten mit Teamwork kompatibel?

Während die Hälfte unseres Teams in der klassischen 40-Stunden-Woche arbeitet, sind es bei einem Drittel zwischen 32 und 36 Stunden wöchentlich. 7 % aller Kolleg*innen arbeiten 30 h wöchentlich und könnten so den vieldiskutierten 6-Stunden-Tag verwirklichen. Es gibt durchaus auch maßgeschneiderte Lösungen: Einige arbeiten 34 bzw. 35 h wöchentlich. Hinzu kommt: Das Homeoffice steht allen offen. 

Die Kolleg*innen in unserer Gesprächsrunde haben interessante Modellvarianten: Feste Homeoffice-Zeiten, Vier-Tage-Wochen, "kurze" Tage, "lange" Tage, "halbe" Tage, jeden zweiten Freitag frei. 
Keine*r der Anwesenden wusste vorher genau, welches Modell die anderen fahren. Das zeigt uns, dass die verschiedenen Modelle für die tägliche Arbeit im Team kaum einen Unterschied machen.

Weniger ist mehr? Nicht unbedingt!

Sicherlich geht der Trend weg von der 40-Stunden-Woche als ideellem und ökonomischem Maßstab. Die standardisierte Bereitschaft zu 40 Stunden und mehr verliert einerseits an Bedeutung als Zeichen von Fleiß und Aufopferung für den Erfolg eines Unternehmens. Andererseits sehen wir in anderen (skandinavischen) Gesellschaften, dass Vier-Tage-Woche oder Sechs-Stunden-Tag auch wirtschaftlich sinnvoll sein können.

Doch hat eine kurze Woche auch sehr persönliche Folgen für die Arbeitnehenden, denn der volle Lohnausgleich bei verringerter Arbeitszeit ist noch Utopie. Aktuell gilt: Wer weniger arbeitet, verdient auch weniger. Das wirkt sich nicht nur auf die monatliche Gehaltsabrechnung aus. Geringere Einkünfte heute haben Konsequenzen auf Rente und Altersvorsorge in der fernen Zukunft. Es lassen sich also Vor- und Nachteile diskutieren, sowohl seitens der Arbeitnehmer*innen, als auch auf Arbeitgeberseite.

Selbstführung und Kommunikation sind die Basis für einen flexiblen Stundenplan

Vor Ort sein. Ansprechbar sein. Zu zweit oder im Team arbeiten. Das sind auch bei uns wichtige Anforderungen an alle Arbeitnehmenden. Und doch erleben wir keine Systemkrise dadurch, dass nicht alle Kolleg*innen acht Stunden am Tag in der Agentur sitzen. Denn wer weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringt, ist nicht zwangsläufig weniger verfügbar oder weniger produktiv.

Bin ich überhaupt involviert? Braucht jemand meine Hilfe? Brauche ich Hilfe? Verpasse ich wichtige Informationen?
Das sind Fragen, die flexible Arbeitszeitmodelle in der Praxis aufwerfen. Und diese Fragen können unsere Mitarbeiter*innen nur selbst beantworten. Viel wichtiger als eine 40-Stunden-Verfügbarkeit ist uns daher eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstführung. Denn wer eine gewisse Flexibilität und Fairness erwartet, muss diese auch selbst gewährleisten. Alle Kolleg*innen sind bei uns selbst dafür verantwortlich, ihre Arbeitszeit einzuteilen und sicherzustellen, dass sie bei wichtigen Team-Terminen dabei sein können.

Das bedeutet, dass die Kommunikation im Team noch wichtiger wird. Unsere agilen Methoden helfen uns, kontinuierlichen Austausch und Kommunikation sicherzustellen, auch wenn nicht jede*r immer vor Ort ist.

Drei sehr gute Gründe für flexiblere Arbeitszeitmodelle

Gute Arbeit

Flexibilisierte Arbeitszeitmodelle geben dem Individuum die Freiheit sich persönlich und beruflich besser zu entfalten und tragen so dazu bei, dass gute Arbeit geleistet wird.

    Diversität

    Flexibilisierte Arbeitszeitmodelle erlauben auch Menschen mit eingeschränkter Verfügbarkeit Teil des Teams zu sein. Das baut Hürden ab und ermöglicht mehr Diversität.

      Vertrauen

      Durch beidseitiges Entgegenkommen beim Arbeitszeitmodell – besonders in Kombination mit Homeoffice und Vertrauensarbeitszeiten – verändert sich die Beziehung zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden. Vertrauen und Verantwortung werden beidseitig wahrgenommen.

        Ökonomische Folgen und Fazit

        Schließlich müssen wir uns fragen: Bringt die Flexibilisierung unserer Arbeitswochen auch wirtschaftliche Vorteile?

        Bei interactive tools ging die Öffnung der Arbeitszeitmodelle einher mit anderen weitrechenden Veränderungen, wie dem Abschaffen des mittleren Managements und der Zuwendung zu mehr Wertschätzung und Achtsamkeit. Daher ist es schwer, den Einfluss der Arbeitszeiten auf unsere Wirtschaftlichkeit genau zu bemessen. In diesem Interview erklärt einer unserer Geschäftsführer, wie dieser Change-Prozess die Agentur effizienter gemacht hat.

        Wir stellen allerdings fest, dass Signalwerte wie Krankenstand und Fluktuationsrate seitdem gesunken sind.

        Organisationen sind gefordert ihren Mitarbeiter*innen Möglichkeiten zur Erwerbstätigkeit zu bieten, die sie stärker ganzheitlich als Menschen wahrnehmen. Das bedeutet einen Rahmen zu schaffen, in dem die individuelle Biografie weniger stark der Erwerbsbiografie untergeordnet werden muss. Dazu gehört es, für Mitarbeiter*innen Freiräume zu schaffen, um sich besser erholen zu können, um eigene Interessen und Projekte ohne schlechtes Gewissen intensiver zu verfolgen und insgesamt zufriedener zu leben. Vertrauen und eine gestärkte Eigenverantwortung können einen Rahmen schaffen, in dem die individuellen Bedürfnisse aller Kolleg*innen und das Arbeitsleben bessere Vereinbarkeit finden. 

        Es gibt gute Gründe für jedes denkbare Arbeitszeitmodell. Das ist uns bewusst. Mit diesem Bewusstsein blicken wir nach vorn und freuen uns auf den nächsten Austausch zu diesem Thema. 

        Keine Lust auf Stechuhr?

        Du möchtest dein Arbeitszeitmodell selbst entwerfen und kannst dir vorstellen, bei uns im Team mitzuarbeiten? Dann melde dich bei Jessica! Wir freuen uns auf dich.

        Jessica Rademacher

        Jessica Rademacher
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